20.Februar.2018, Düsseldorf – Als Wertaufbewahrungsmittel für die Ewigkeit taugen Kryptowährungen womöglich nicht. Kriminellen gelingt es immer wieder, in die Computernetzwerke von Betreibern einzudringen und Einheiten zu klauen. Und weil die neuen Währungen die Politik der Notenbanken einmal unterlaufen könnten, drohen staatliche Verbote. Die würden ihren Wert auf null drücken. Gold könnte das selbst bei einem Verbot nicht passieren.

Als Anlage für die Ewigkeit taugen auch Diamanten. Sie konzentrieren größten Wert auf kleinstem Raum, sind handlich und leicht zu verstecken. Im Volksmund heißt ein Diamant auch „Grundstück in der Westentasche“. Je seltener die Farbe, je aufwendiger der Schliff und je reiner die Substanz, desto wertvoller der Stein. Geeignet als Wertanlage sind nur Steine von höchster Qualität mit klassischem Brillantschliff und einem Gewicht von mindestens einem Karat (0,2 Gramm). Doch anders als bei Gold gibt es für Diamanten keine einheitliche, fortlaufende Preisnotierung. Während eine Feinunze Gold ein weltweit standardisiertes Produkt ist, gleicht kein Diamant dem anderen. Mit bloßem Auge kaum zu erfassende Abweichungen in Klarheit und Farbe sorgen bei Einkarätern schon für Preisunterschiede von mehreren Tausend Euro. Anleger sind auf die Expertise von Spezialisten angewiesen. Sie brauchen einen „Sommelier für Diamanten“, der Zugang zu den feinsten Qualitäten hat und eine umfangreiche Tiefenanalyse vornimmt.

Qualität und Echtheit eines Steins sind nur garantiert, wenn sie durch ein Zertifikat eines renommierten Instituts wie des Gemological Institute of America (GIA) belegt sind. Andernfalls sinken die Wiederverkaufschancen gegen null. Das GIA begutachtet anhand der „4 C“-Methode. Diese bezieht sich auf Gewicht (Carat), Farbe (Colour), Reinheit (Clarity) und Schliff (Cut). Hochwertige Steine sind keine Discountware. Selbst wenn ein Hochkaräter bei einem seriösen Anbieter gekauft wurde, kann es dauern, ehe sich die Anlage rechnet. Immerhin legte der Wert von Steinen in Investmentqualität in den vergangenen 20 Jahren um durchschnittlich zwei (Einkaräter) bis fünf Prozent (Fünfkaräter) zu – pro Jahr

Text: Frank Doll, WirtschaftsWoche
Fotos: Mohs10.com – Rare Investment Diamonds